Historie

Erfahre alle Infos aus der Chronik unseres Schützenvereines, von der Gründungszeit bis heute...

 

Gründungszeit

Die Gemeinde Wessendorf zog sich um die Jahrhundertwende wie ein Band um die Stadt. Große Teile des Bestandes gingen 1911, 1925 und 1930 durch wiederholte Eingemeindungen an die Stadt. Die Bewohner des eingemeindeten Gürtels wollten ihre Eigenständigkeit erhalten. Aus diesem Bestreben entstand der Bürgerschützenverein ehemaliger Wessendorfer.


Urkundlich ist belegt, dass die Trennung vom Wessendorfer Schützenverein am 23. Juni 1911 erfolgte. Sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Insignien war man konsequent: 320 Reichsmark wurden ausgezahlt, alle Königssilber derjenigen Könige, die dem neuen Verein angehörten, wurden überlassen.

Auf Befehl des Hitlerregimes wurde unser Verein im Jahre 1938 aufgelöst und in den Bürgerschützenverein "St. Georgius" eingegliedert. Aufgelöst wurde auch der Schützenverein Wessendorf.

 

Es folgten die Wirren des 2. Weltkrieges. Danach war bis 1948 jede Betätigung der Schützenvereine per Dekret der Besatzungsmächte verboten. Im Jahre 1950 entschlossen sich die alten Mitglieder, den Verein wieder aufleben zu lassen. Am 25.09.1950, einem Samstag, zogen nach altem Brauch die Trommler durch die Stadt und luden zur ersten Versammlung nach dem Kriege ein. Ein voller Erfolg, trugen sich doch viele aktive Schützen in die Mitgliederliste ein.

 

Nachkriegszeit

Den ersten Schützentag feierte man am 15.10.1950 in einem Zelt an der Westseite der Gaststätte Heming.


Auf der nächsten Generalversammlung, am 26.03.1951, wurde einstimmig der Beitritt unseres Vereines zum Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V. beschlossen. Nie wieder sollte der Verein schutzlos Gefahr laufen, durch fremdes Einwirken aufgelöst bzw. eingegliedert zu werden. Auch mit dem Leitsatz des Verbandes: "Glaube-Sitte-Heimat" konnte man sich identifizieren. Der noch auf der gleichen Versammlung zum Bundesmeister gewählte Johann Kresken hatte die Schützenbrüder in einem eindrucksvollen Vortrag über die Bruderschaft informiert.


Auf der gleichen Versammlung wurde auch St. Otger als Schutzpatron des Vereines gewählt und die Namensgebung mit "Bürgerschützenverein ehem. Wessendorfer St. Otgerus Schützengilde" festgeschrieben.


Am 17. Juni 1951 feierte man das erste Nachkriegsschützenfest; geschossen wurde an der Vogelstange in Wenningfeld. Bernhard Jansen und seine Königin Gertrud Borgehynk waren die ersten Regenten des Vereines nach der Neugründung.

 

St.Otgerus Vorstand von 1951


In den Folgejahren, das Schützenfest fand übrigens im zweijährigen Rhythmus statt, verzeichnen die Chronisten, "harmonische Feste mit glänzendem Verlauf". Im Jahre 1957 wurde bei der Generalversammlung die Frage nach der Zweckmäßigkeit der Mitgliedschaft in diesem Bund gestellt.


Im darauffolgenden Jahr kam es auf der Generalversammlung zum Eklat als im Kassenbericht der Mitgliederbeitrag an die Bruderschaft in Höhe von 4,2 Pfennigen pro Mitglied, pro Monat genannt wurde. Tumultartige Szenen veranlassten den Vorsitzenden Josef Völker zurück zu treten. Bevor die Versammlung durch den Präses Vikar Nölke vorzeitig beendet wurde, wählte man mit Johann Niehues noch einen neuen Vorsitzenden.

 

50-jähriges Jubiläum

Die folgenden Jahre dürfen aus heutiger Sicht als Krisenjahre für den Verein bezeichnet werden. Zwar bemühte sich die Vereinsführung durch zusätzliche Attraktionen wie das Kappenfest ab 1959 den Zusammenhalt zu stärken, auch konnte man in 1961 ein glänzendes 50-jähriges Jubiläum feiern. Trotzdem sanken die Mitgliederzahlen durch die Querelen um die Bruderschaft, das geänderte Freizeitverhalten und sicherlich noch weitere Gründe in den darauffolgenden Jahren auf einen erschreckend niedrigen Stand im Jahre 1964. Man machte sich Sorgen um den Fortbestand. Bis 1968 sank die Mitgliederzahl stetig. Man entschloss sich in diesem Jahr zu aktiver Mitgliederwerbung und gründete die Jungschützengruppe. Ein Aktionsgremium setzte auf der Generalversammlung im Folgejahr einen Generationswechsel in wesentlichen Funktionen in der Vereinsführung durch. Im Jahre 1971 stieg die Mitgliederzahl bereits wieder, der Kompanieabend wurde von 180 Schützen besucht!

 

St.Otgerus Vorstand von 1961


Die folgenden Jahre brachten steigende Mitgliederzahlen, die Eintragung ins Vereinsregister und ein einheitliches Erscheinungsbild durch Auftritt mit Schützenhüten (ab 1976). In 1982 waren Diözesanprinzen- und Schülerprinzenschießen Höhepunkte in unserer Stadt. Im selben Jahr gelang es Gregor Brockherde in Vechta die Bundesschülerprinzenwürde zu erwerben.

 

75-jähriges Jubiläum

Das Jubiläumsjahr 1986 wurde mit einem Königstreffen begonnen, eine Nachbildung der im Bombenhagel zerstörten Gründungsfahne konnte am Sebastianustag geweiht werden, das Jubiläumsschützenfest wurde im Festzelt an der Stadthalle gefeiert, die Kaiserwürde errang Felix Lensing, als Mitregentin wählte er Leni Lensker.


Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Durchführung des Bundesköniginnentages im Mai 1991 mit einem farbenprächtigen Umzug vom Losberg in die Innenstadt. Im gleichen Jahr erwarb der amtierende König Reinhold Osterholt als bisher einziger König unseres Vereines die Landesbezirkskönigswürde des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.


Seit 1989 feiern wir das Schützenfest im jährlichen Rhythmus, ab 1994 im Zelt auf dem Busbahnhof, seit 1996 auf unserem neuen Festplatz im Losbergpark. Geschossen wird nach wie vor nach Möglichkeit auf dem Wenninghof, zweimal bisher aus Witterungsgründen im Losbergpark, nämlich direkt 1997 und 2002.


Unter dem Motto "Mit den Otgerus-Schützen ins Jahr 2000" wurde der Millennium-Festball zum Jahreswechsel 1999/2000 in der festlich geschmückten Stadthalle zu einem einmaligen Erlebnis.


Mit einem Schützentag am 22. + 23.09.2001 wurde das Jubiläum "50 Jahre Mitgliedschaft im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften" begangen. Im feierlichen Festgottesdienst am Samstag wurde die zu diesem Anlaß neu beschaffte Bataillons-Standarte in unserer Patronatskirche St. Otger geweiht und beim anschließenden Festball den Schützenbrüdern in der Stadthalle präsentiert. Am Sonntag dann wurde dieses neue Schmuckstück des Vereines beim Festumzug der gesamten Bevölkerung unserer Stadt vorgestellt.

Seit Mitte 2002 ist unser Verein unter http://www.otgerus.de im Internet weltweit präsent!

Im Jahre 2003 trug der Verein durch einen geänderten Festablauf mit dem "Open-End-Frühschoppen" dem Zeitgeist Rechnung. Sonntags geht der Frühschoppen mit dem beliebten Konzert nahtlos weiter, es folgt eine Mischung zwischen Festball und Tanztee, der Abendball und damit das enge Zeitkorsett der früheren Jahre entfällt seitdem, Ausklang: Ende offen!
Die Fahnenschwenker des Vereines erhalten in 2003 neue Fahnen nach einem modernisierten Entwurf.


Auf Anregung eines Kreativ-Teames, ausschließlich gebildet aus Schützenfrauen, treffen sich die Damen des Vereines zur Einstimmung auf das gemeinsame Kaffeetrinken ab ca. 12.30 Uhr zu einem gemütlichen, zwanglosen Beisammensein, erstmalig am Schützenfest-Montag 2004.
Erstmalig fand in 2004 ein "gemütliches Beisammensein" im "Töpferkrug" ausschließlich für die Senioren des Vereines statt. Der Zuspruch und die Stimmung waren so gut, dass eine ständige Einrichtung daraus gemacht wird. Zunächst im Zweijahres-Rhythmus, also die nächste Zusammenkunft in diesem Kreis in 2006.


In 2006 entschloß sich der Vorstand aus terminlichen Gründen etwas völlig neues einzuführen: Das Schützenfestüben anstelle vom bisherigen Kompanie- bzw. Bataillonsabend. Und zwar unter Beteiligung der später hinzukommenden Familienangehörigen. Statt. Das Fest wurde hervorragend angenommen. Kuriosität am Rande: Der beim Üben erfolgreiche Vitus Gehling schaffte es auch beim echten Vogelschießen die Reste des Vogels von der Stange zu holen!