Hohe Feste

Hier möchten wir Ihnen zwei unserer wichtigsten Feiertage innerhalb der Bruderschaft vorstellen ...

Der St. Sebastianustag im Januar

Es ist wohl eine Besonderheit in unserem Verein, dass wir nicht den Namenstag des Hl. Otger am

10. September feiern, sondern dass unser Vereinsvorstand nach dem Neubeginn 1951 schon in der ersten Satzung unter § 7 „ Feste“ als besonderen Festtag den Namenstag des Hl. Sebastianus am 20. Januar aufgenommen hat.

In der Satzung heißt es:

„Festtag der Schützengilde ist der Sankt Sebastianustag am 20. Januar. St. Sebastianus, ein römischer Hauptmann, ist Patron der Schützenbruderschaften (im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Köln). An diesem Tage nehmen alle Mitglieder an der gemeinschaftlichen Hl. Messe teil. Der Fähnrich hat mit der Fahne auf dem Chor Aufstellung zu nehmen.“

alter_Knigsorden
alter Königsorden

In den Jahren 1979-1984 leitete unser damaliger Präses, Pfarrer Alfred Stukenkemper, die Neugestaltungs- und Renovierungsarbeiten an der St. Otger-Kirche. Durch das Künstlerteam Heiermann und Hillebrand aus Köln erhielt das Bild des hl. Sebastianus unter den Säulenbildern einen würdigen Platz. Die St. Otgerus-Schützenfamilie hat zu diesem Bild insofern eine besondere Beziehung, da sie, wie in der Satzung festgelegt, seit 1951 jedes Jahr im Januar den traditionellen Sebastianustag in einer Familienmesse mit anschließendem Kaffeetrinken feiert. Die heilige Messe wird jeweils im Wechsel in der St. Otger-Kirche und in der St. Joseph-Kirche gefeiert. .

Im Jahre 2002 kam noch eine Besonderheit hinzu. Der Schützenverein Wessendorf Breul hatte sich einen Namenspatron für den Verein auserkoren. Es wurde der Name „St. Sebastian“ gewählt. Selbstverständlich wollte man auch jährlich ein Patronatsfest am Sonntag nach dem 20. Januar feiern, also am gleichen Tag, an dem wir dieses Fest feiern.

Die Vorstände wurden sich schnell einig und seither feiern beide Schützenvereine alle zwei Jahre ein gemeinsames kirchliches Fest mit einer Hl. Messe in der St. Otger-Kirche.

Den wohl eindrucksvollsten Sebastianustag feierte unser Verein im Jubiläumsjahr 1986. An diesem Tag wurde die von Alfons Resing rekonstruierte und wiedererstellte Fahne aus dem Gründungsjahr 1911 in der St. Otger-Kirche geweiht. Die im Krieg verbrannte Fahne hatte Fahnenoffizier Hubert van Bömmel 1938 als letzter Offizier getragen. Hubert van Bömmel bekam die Ehre, als dienstältester Fahnenoffizier die vom Präses Pfarrer Alfred Stukenkemper geweihte Fahne auf dem Altar wieder in Empfang zu nehmen und zum Festakt mit Kaffeetrinken in das Kettelerhaus zu tragen. Hier wurde prächtig gefeiert und ein langer Gedichtsvers unserer Heimatdichterin Magda Keizers von Oberst Alois Lensker verlesen.

Zum Abschluss der Feier wurde von der damals 11-jährigen Sabine Kresken ein Gedicht „ An die neue Fahne“ von Willi Brems vorgetragen. Danach zogen die Fahnenoffiziere mit der neuen ,“alten Fahne“ über die Graben- und Eschstrasse zum Vereinslokal Kresken um sie dort in dem von Heinz Lammerding gefertigten Fahnenschrank aufzuhängen. Die ganze Schützenfamilie war stolz auf diesen wunderschönen Tag.

Messe_Sebastianus

 

Natürlich ist die Teilnahme an der heiligen Messe zum Sebastianustag hierbei eine besondere Pflicht für uns. Gefeiert wird der Sebastianustag immer samstags nach dem 20. Januar um 17 Uhr mit einer Messe und einem anschließendem gemütlichem Beisammensein in unserem Vereinslokal. Ein jeder Schütze ist hierbei ein gern gesehener Gast!

Fronleichnam

Schon in den Anfängen der Bruderschaften hatten die Schüt­zenbrüder neben dem "Beschützen" auch die Aufgabe, mit­zuhelfen bei der Gestaltung kirchlicher Feste. Der Prozes­sionsdienst, vor allem an Fronleichnam, trat immer stärker in den Vordergrund.

Eine Prozession entspricht dem urmenschlichen Bedürfnis, im Schreiten den religiösen Glauben auszudrücken und das, was man durchschreitet, dem Segen Gottes zu weihen: Die Stadt, die Straßen und Häuser, die Wiesen und Felder.

Für uns Christen ist jede Prozession auch ein Gleichnis unserer Lebenswanderung und des gemeinsamen Weges des Volkes Gottes. Unser Bundespräses a. D. Max von Gallwitz hat einmal gesagt: "Es sollte für die Schützen Verpflichtung sein, das Brauchtum hochzuhalten und es weiter zu vermitteln. Dabei sollte die ältere Generation der Jugend eines zusätzlich vermitteln, nämlich, dass Treue und Bereitschaft zum Dienst in der Kirche als persönliche Geisteshaltung für den Schützen­bruder unentbehrlich sind."

In unseren alten Statuten vom 26.3.1951, unterzeichnet vom Präses Vikar Peter Nölke, dem Vorsitzenden Josef Völker und dem Oberst Bernhard Lammerding, heißt es unter § 7: "Höchstes Fest der Schützengilde ist der Fronleichnamstag. Bei der Prozession gehen das gesamte Offizierskorps in Uni­form links und rechts neben dem Allerheiligsten.“

Frohnleichnahm
Darstellung der
Fronleichnahmsprozession

Durch un­sere Zugehörigkeit zum "Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften" zählt die St. Otgerus Schützen­gilde zu den katholischen Standesvereinen in unserer Stadt. Nicht nur aus dieser Verpflichtung heraus, sondern auch aus christlicher Überzeugung haben Schützenbrüder unseres Vereins in all den Jahren den Prozessionsdienst versehen. Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass es in der Vergan­genheit Schützenbrüder gab, die diesen Dienst als eine lästige Pflicht ansahen. Doch ein klares Bekenntnis der Vereinsführung zu "Glaube, Sitte, Heimat" hat hier oftmals Zweifel erst gar nicht aufkommen lassen und damit schwerwiegende Auseinandersetzungen wie in den Jahren 1958/59 vermieden, an denen der Verein fast zugrunde gegangen wäre. Heute ist die Teilnahme eine Selbstverständlichkeit. Da unsere Mitglieder aus der Pfarrei St. Otger und auch aus der Pfarrei St. Joseph kommen, gab es nach der Gründung der Pfarre St. Joseph im Jahre 1964 zunächst Schwierigkeiten. Man entschloss sich zur Teilnahme an beiden Prozessionen mit zwei Abordnungen, mit Major, Vorsitzenden sowie der Standarte der Schießsportgruppe und der zweiten Gruppe mit Oberst, Schützenkönig und Vereinsfahne. Ab dem Jahr 1970 bis zur Zusammenlegung der beiden Pfarreien nahmen wir im Wechsel an der Prozession in St. Otger und St. Joseph teil. Dies war problemlos möglich, weil nach dem Jubiläum 1986 die Schützenvereine St. Michael Hundewick und St. Liudger Wessendorf den Wunsch äußerten, in der Gemeinde St. Joseph mit Ihren Vorstandsmitgliedern und Offizieren den Prozessionsdienst mit uns im jährlichen Wechsel durchzuführen. Mit dem Einverständnis von Pfarrer Heinrich Schneider wurde dieser Wechsel schnell zur Tradition. 1996 gab es in der Wegeordnung der St. Otger Fronleichnamsprozession eine vom Pastor Clemens Röer und dem Pfarrgemeinderat gewünschte grundlegende Änderung. Nach alter Tradition war die St. Otger Kirche immer Ausgangspunkt. Erste Station war am Eingang des Kalterweges. Der Weg führte weiter durch die Engelstraße zur zweiten Station an der Ecke Dufkampstrasse – Klosterstraße. Von dort ging es in Richtung St. Anna-Stift. Hier wurden stets von den Ordensschwestern und den Schülerinnen wunderschöne Blumenbilder auf den Bürgersteigen und vor dem Hauteingang gestaltet. Hier war stets der Höhepunkt vieler Teilnehmer des alten Fronleichnamsweges.

Fast 50 Jahre hatten wir ohne Unterbrechung unseren Dienst in der Begleitung des Allerheiligsten durchgeführt und es war für uns immer eine ehrenvolle Aufgabe.

Die Neuheit bestand darin, dass das Allerheiligste zu den Menschen in den verschiedenen Wohngebieten kommen sollte unter dem Motto: „Kirche unterwegs zu den Menschen“. Der in diesem Gebiet zuständige Schützenverein sollte das Allerheiligste begleiten. Verwundert waren die Otgerus-Schützen, weil sie nach 50-jähriger Tradition über die Veränderung nur über den Pfarrbrief und die Kanzel informiert wurden.

Nach der Pfarrfusion 2006 gibt es nur noch eine St. Otger- Fronleichnamsprozession unter Pfarrer Stefan Jürgens mit neuer Wegeführung und neuer Gestaltung. Alle Stadtlohner Schützenvereine begleiten das Allerheiligste im regelmäßigen Wechsel.

Wir hoffen, dass das Neue angenommen wird und schnell wieder zur Tradition führt.