Chronik 1951 - 1961

Die Neugründeung nach dem Krieg, der beginn einer Erfolgsgeschichte...

Vorstand_1951

 

Die Vorbereitungen für das erste Nachkriegsschützenfest, welches gleichzeitig als 40-jähriges Jubelfest gefeiert werden sollte, verliefen ausgezeichnet. Die Generalversammlung war ein voller Erfolg und in den Mitgliederlisten hatten sich 450 aktive Schützen eingetragen. Es ging wieder aufwärts. Der Beitritt zum Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, die Wahl des Schutzpatrons St. Otger, aber auch die Beibehaltung des Namens "Ehemalige Wessendorfer" waren weit reichende, wohl überlegte Beschlüsse. Die Weichen für die kommenden Jahre waren damit gestellt.

Mit Josef Völker wählte man einen Mann zum 1. Vorsitzenden, der aus der KAB kam. Sein Sohn Hans wurde Schriftführer und Sohn Hermann wurde Feldwebel der 1. Kompanie, dann Major und später ebenfalls unser 1. Vorsitzender.

 

1951

Am Fronleichnamstag begleiteten Vorstand und Offi­ziere zum ersten Mal das Allerheiligste, und die Offiziere neigten den Degen zur Ehre Gottes. Die neue Fahne, hergestellt bei der Firma Fahnen- Reuter Münster und durch einen Sonderbeitrag von 1,-- DM sowie von Gönnern finanziert, konnte noch nicht bei der Prozession mitgeführt werden, da sie noch nicht geweiht war.

Vierzehn Tage nach der Einweihung der St. Otger Kirche durch Bischof Michael Keller wurde die Fahne durch Diözesanpräses Hubert Große Osterholt, in Sevelen am Niederrhein, dem Geburtsort von Johann Kresken, geweiht. Anschließend fand das Treueversprechen der Schützen statt. Sie gelobten, allezeit für Glaube, Sitte und Heimat einzustehen und jederzeit zur Hilfe des Nächsten bereit zu sein. Nachmittags fand auf der Weide des Bauern Claushues die Vorübung für das Schützenfest statt.

Am ersten Schützenfesttag 1951 konnte Oberst Bernhard Lammerding elf Mitgliedern für ihre vierzigjährige Mitglied­schaft Anerkennung aussprechen: dem 80-jährigen Ehernoberst Wilhelm Gertz, dem König von 1911 Hermann Veldscholten, Bernhard Eismann, Bernhard Heetpas, Bernhard Thering, Johann van der Loo, Otto Schmäing, Gustav Imping, Josef Stoots, Konrad Könning, König von 1910 und Josef Völker.

Das 1200 qm große Zelt stand auf dem Vorgelände des Berkelstadions und wurde vom Gastwirt Hermann Heming bewirtschaftet. Am zweiten Festtag zog das Bataillon zur Vogelstange in Wen­ningfeld. Hier setzte ein starker Wettbewerb um die Königswürde ein. Der junge Gärtnergeselle Bernhard Jansen, Schanzring 4, war der Meisterschütze. Zur Königin erkor er sich Fräulein Gertrud Borgehynk, Hallertstraße. Es war ein tolles Fest, zu dem die Husarenkapelle unter Kapellmeister Werner Schröder aufspielte.

 

Kapital17_S701951: Nach der Fahnenweihe zum Jubiläumverlassen die Schützen die

St. Otger-Kirche

1953

Auf der Generalversammlung am Ostermontag in der Schüt­zenhalle wurden Bernhard Höllmann, Johann Kreimer und Hermann Veldscholten in den Vorstand gewählt. Kurz vor dem Fest wurden von uns die Schützenbruderschaften des Kreisgebietes in den Gasthof Schlüter eingeladen. Es sprach der Generalpräses des Zentralver­bandes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Geistlicher Rat Dr. Louis über die Zielsetzungen dieser Organisation. Es kam zur Gründung eines Bezirksverbandes. Johann Kresken wurde Vorsitzender, H. Lüdiger aus Südlohn, H. Münstermann aus Heek und H. Wehling aus Vreden wurden Beisitzer.

Einen glänzenden Verlauf nahm das Schützenfest. Das Vogelschießen in Wenningfeld wurde vom Ehrenmitglied der Kreis-Schützenbruderschaft, Dechant Bülten aus Vreden, eröffnet.

Der junge Tischlergeselle Bernhard Winking, vollbrachte den Meisterschuss und erkor sich seine Nachbarin vom Kalterweg Frl. Else Könning zur Königin. Der MGV "Sängerlust", dessen Mitglied der neue König war, ließ es sich nicht nehmen, den Krönungsball im Festzelt durch ein Ständchen zu verschönern.

Kapital17_S71

1955

 

Auf der Generalversammlung im Gasthof "Zur Altstadt" konnte der "Böllermeister" Bernhard Heetpaß eine verdiente Ehrung entgegennehmen. Einstimmig wiedergewählt wurden die Hauptleute, Heinrich Winking und Fritz Steffen.

Das Schützenfest verlief ebenso harmonisch wie in den Vorjahren. Bereits der 52. Schuss war der Meisterschuss vom Kaufmann Hans Kreimer, der sich Frau Änne Nienhues zur Königin erwählte. Ausdruck einer guten Zusammenarbeit war die Überbringung der Glückwünsche durch Abordnungen der katholischen Standesvereine – Kolpingfamilie, DJK und KAB.

 

1957

Die Jahreshauptversammlung erhielt ihre besondere Note durch die Anwesenheit des Diözesan-Bundesbrudermeisters Theo Rüschhoff aus Telgte und seines Stellvertreters Direktor Knoop aus Münster. Die Schützenbrüder gedachten der Verstorbenen, insbesondere des langjährigen Oberst Gertz. Die Bildung einer Jungschützenabteilung wurde beschlossen, und man wählte Hans Doods zum Hauptmann dieser Abteilung.

Alois Lensker wurde in den Vorstand berufen. Erstmalig wurde aus der Mitte der Versammlung die Frage nach der Zweckmäßigkeit der Mitgliedschaft im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gestellt.

Die Kompanieabende wurden in den Gaststätten Heming, Simmering und Siesmann gefeiert. In der Erkenntnis, dass die Schützenhalle für das Fest nicht ausreicht, wurde auf dem Gelände des ehemaligen Heckingschen Weberei, jetziger Busbahnhof, ein großes Festzelt errichtet.

Auf dem Schützenfest wurde Oberst Bernhard Lammerding und Kassierer Johann Niehues wegen besonderer Verdienste der "Hohe Bruderschaftsorden" verliehen.

Unserem Schützenbruder Josef Veldscholten gelang (bei großer Hitze auf dem Wenninghof) der Königsschuss und er erkor sich Frau Elly Kresken zur Königin.

Auf dem Balkon des Rathauses empfing Bürgermeister Franz-Josef Cohaus das Königspaar und über­reichte im silbernen Becher den Ehrentrunk der Stadt Stadtlohn.

Großen Beifall erhielt Bubi Demes für seinen prächtig ge­lungenen historischen Fahnenschlag. Am Abend gab es einen Rekordbesuch im Festzelt.

 

 

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1957: König Josef Veldscholten galang der Königsschuss, Königin wurde seine Frau, Elly Kresken

1958

Dieses Jahr gilt als das große Krisenjahr in der Vereinsge­schichte. Auf der Generalversammlung wurden grundlegende Wertvorstellungen mit Füßen getreten. Der Streit entzündete sich nach dem Kassenprüfbericht von Werner Heming an den Beiträgen von 4,2 Pfennig pro Mitglied und Monat an die Bruderschaft. Es kam zu tumultartigen Szenen und man verlangte den Austritt. Der Vorsitzende Josef Völker trat zurück. Zwar wurde Johann Niehues noch zum Vorsitzenden gewählt, doch Präses Vikar Nölke schloss die Versammlung vorzeitig. Fritz Dorweiler, im Volksmund als Dr. Töpfen bekannt, leitete dann die nächste außerordentliche Generalversammlung, auf der dann Malermeister Hans Doods mit überwältigender Mehrheit zum Vorsitzenden ge­wählt wurde. Jungschützenhauptmann wurde Werner Ter­hechte, Rittmeister Josef Robers und Feldwebel Franz Boes. Beisitzer im Vorstand wurden Bernhard Veldscholten, Heinrich Schulten, Felix Jansen und Hans Hermann Kramer. Auf einer Vorstandssitzung konnte Johann Kresken Kaplan Wiesner als neuen Präses vorstellen.

 

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1959

Erstmals wurde ein Kappenfest gefeiert. Von dieser Möglichkeit, mit den Schützen gemeinsam ein zusätzliches Fest zu gestalten, wurde ca. 30 Jahre Gebrauch gemacht.

Auf dem Schützenfest gelang es Werner Lensker, die Reste des Vogels von der Stange zu holen. Zur Königin erkor er sich Frau Elisabeth Robers.

Es wurden zwei wunderschöne Schützenfestjahre. Auf diesem Fest wurden zwei Jubilare aus der Tillystraße geehrt: Bernhard Thering, der vor genau 50 Jahren Schützenkönig war, und Johann Kottemölle.

Auch Alois Lensker hatte sich auf das Schützenfest vorbereitet und berichtete: "Schon 1959 hatte ich mit einigen Freunden vor, den Vogel abzuschießen. Auf Anraten meines Vaters habe ich jedoch auf mein Ansinnen verzichtet und vorbeigeschossen. Das hat wenig genützt, da nach mir Werner Lensker den Vogel abschoss und Frau Elisabeth Robers aus der Hagenstraße zur Königin nahm. Meine Nachfrage mit dem Satz: "Wir wollten es doch noch nicht", wies er ab mit der Begründung: "Hast du schon mal einen Wilddieb vorbeischießen sehen?"

 

 

1960

Am 21. Juli verstarb Oberst Bernhard Lammerding. Sein Tod war ein schmerzlicher Verlust für unseren Verein. Für ihn war es beispielhaft, dass er bei turbulenten Versammlungen die ver­schiedenen Standpunkte erst einmal aufnahm, dann in aller Ruhe durch die Reihen ging und immer Lösungen fand. Die Schützen respektierten diesen Oberst.

Zum Schützentag übernahm Frau Anneliese Lensker die ehrenvolle Aufgabe einer Königin-Stellvertreterin, weil die amtierende Königin Elisabeth Robers ein Kind erwartete.

 

 

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1961

Durch den Tod von Oberst Bernhard Lammerding gab es auf der GV wiederum große Veränderungen in der Vereinsspitze. Der bisherige Vorsitzende Hans Doods wurde zum Oberst und Bernhard Krieger zu seinem Nachfolger gewählt.

In diesem Jahr konnte das 50 – jährige Jubiläum gefeiert werden, worüber an gesonderter Stelle berichtet wird.